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Tod der Lebensversicherung

Die Lebensversicherung als vielversprechendes Geschäftsmodell gehört bei den meisten Anbietern der Vergangenheit an. Künftig werden die Kunden unter der gleichen Bezeichnung mit Konstrukten konfrontiert, die ihnen das volle Finanzmarktrisiko überlassen.

Warum die Anbieter eine neue Verkaufsstory benötigen

Die anhaltende Nullzinsära hat dem Modell Lebensversicherung ein Ende bereitet. Die Versicherer können die einst hohen Garantiezinsen nicht mehr erwirtschaften, auch eine Senkung der Zinsgarantie auf 1.25 Prozent erwies sich langfristig als nicht ausreichend. Ab 2016 werden die Verträge nur noch ohne Zinsversprechen angeboten. Sogar die Branche rät vom Erwerb der neuen Policen ab.

Einst war die Kapitallebensversicherung das beliebteste Instrument zum Vermögensaufbau. Jetzt steht ihr der umfassendste Radikalumbau seit Jahrzehnten bevor. Der ehemalige Sparklassiker wird sich dann in neuem Erscheinungsbild bei den Konzernen präsentieren, die den Verwandlungsprozess mit ausreichenden Kapitalpolstern überstehen.

Die teuren Garantien

Die Anbieter der Lebensversicherung müssen ab Januar 2016 erneut mehr Kapital für die Zinsversprechen bereitstellen, gleichzeitig schafft die Bundesregierung den bislang geltenden Garantiezins von 1,25 Prozent ab. Die Garantien von gestern sind in der Zukunft einfach zu teuer, viele Anbieter stellen daher den Vertrieb des Klassikers zeitnah ein. Die neuen Policen werden riskanter sein und das Risiko wird ausschließlich von den Kunden getragen.

Neue Produkte kommen mit neuen Regeln

Die Lebensversicherung war ein Verkaufsschlager, weil sie mit Garantie versehen Sicherheit versprach. Die Anbieter sind sich dessen bewusst und packen in die neuen Verträge auch Garantien ein. Allerdings beziehen diese sich nicht auf zukünftige Erträge, sondern garantieren lediglich den Erhalt eingezahlter Beiträge.

Die Gelder legen die Versicherer künftig in riskantere Finanzprodukte an, wobei die Kunden das volle Risiko für die Entwicklung tragen. Am Ende soll wieder eine Rendite von etwa vier Prozent in Aussicht stehen. Bis zu diesem Wert wollen die Anbieter Kunden an den Gewinnen beteiligen, den Rest behalten sie im Gegenzug für die Beitragsgarantie.

Fazit

Wer ohne Garantien nicht glücklich wird, kann sich für die neue Lebensversicherung entscheiden. Doch sollte immer klar sein, dass Garantien schon immer Geld gekostet haben. Nur was das bei höheren Zinsen nie so aufgefallen. Sinnvoller ist es daher, in Eigenverantwortung anzulegen – oder mithilfe eines unabhängigen Beraters möglichst kostengünstige Lösungen zu finden, die die individuelle Risikoneigung berücksichtigen. Und das ohne Garantien, sondern durch eine durchdachte und angepasste Anlagestruktur.