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Die Kosten bleiben meist im Verborgenen.

Die Kosten bleiben meist im Verborgenen. Die TER ist nicht alles.

Hartmut Petersmann kritisiert als Gründer des Petersmann Instituts bereits seit Jahren die wenig transparenten Fondsgebühren. In einem Interview mit FundResearch sprach er sich für eine ­All-in-Fee bei Publikumsfonds aus.

Die All-in-Fee als vertrauensbildende Maßnahme

Petersmann engagiert sich für eine All-in-Fee auf Publikumsfonds und stößt dabei auf die Ablehnung zahlreicher Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVG). Für die Gesellschaften bedeutet die alles beinhaltende Quote letztendlich eine Gefahr für die Erträge. Doch sind es die zusätzlichen Kosten, wie beispielsweise die jährlich anfallenden Asset-Gebühren für die Depotbank, welche den Kunden bei der Rendite fehlen. Einige KGVs haben mittlerweile ihre ablehnende Haltung zur All-in-Fee aufgegeben und denken bei vermögensverwaltenden Fonds über Gebühren zwischen 40 und 50 Basispunkten nach.

Die Praxis sieht bei einigen Anbietern anders aus

Statt mit der von Petersmann angestrebten All-in-Fee locken viele Banken ihre Kunden mit Management-Gebühren bei etwa 1,4 Prozent sowie mit einer Total Expense Ratio (TER) unterhalb von zwei Prozent in die Fonds. Die Institute sind damit zwar im grünen Bereich, den Kunden droht jedoch später ein böses Erwachen. Bei genauerer Ansicht stellt ihr vermeintlich günstiger Fonds weitere zwei Prozent an Transaktionskosten zugunsten der Haupt-Depotbank in Rechnung.

Sollte der Fonds die beworbene Performance wirklich übertreffen, droht eine zusätzliche Erfolgsgebühr von bis zu 25 Prozent. Obgleich die Performance-Fee nicht allzu oft zur Anwendung kommt, bereichert sich das dahinterstehende System erheblich an der Rendite der Anleger.

Die All-in-Fee als Lösung

Hartmut Petersmann ruft alle an einem fairen Ausgleich interessierten Marktakteure zur Anforderung alles umfassender Flat-Fees nach Vorbildern aus dem institutionellen Bereich auf. Online-Banken für private Anleger arbeiten schon in weiten Sektoren mit diesem transparenten Prinzip, der Erwerb oder die Veräußerung von Aktien kostet hier einen festen Eurobetrag ohne versteckte Nebenkosten. Dies macht vor allem in großen Dimensionen Sinn. Bei der klassischen Vorgehensweise würde dem Fondsvermögen alleine durch die Transaktionsgebühr mindestens ein Prozent entzogen, die Summe steht dem Anleger nicht mehr für die Generierung von Rendite zur Verfügung.

Beispiele

Bei seinen Untersuchungen der Fondskosten der einzelnen Häuser gibt es gute und schlechte Beispiele.

So erhebe die DWS z.B. keine Performance-Fees und komme im Schnitt auf eine TER von rund 1,8 Prozent. Auch Allianz Global Investors seien ähnlich fair.

Als schlechtestes Beispiel in Deutschland nannte Petersmann die Deka. Bei deren Nebenwerte-Aktienfonds läge die erweiterte TER bei viel zu hohen 4,5 Prozent. Auch bei den Fonds der Volks- und Raiffeisenbanken (Union Fonds) sei das sehr ähnlich wie bei den Deka-Fonds der Sparkassen.

Als weitere Beispiele positiv wurden die Schweizer Großbanken wie UBS oder Credit Suisse aufgeführt, Oyster dagegen als ein negatives. Letztere hätten regelmäßig bis zu sechs Prozent Gebühren – jedes Jahr.

Alternativen

Insgesamt bestätigen diese Untersuchungen unseren Ansatz, Portfolios mit kostengünstigen Anlageklassenfonds von Dimensional und/oder mit ETFs zu bestücken.